So

13

Sep

2009

Zensur in sozialen Netzwerken

Zensur ist falsch, sie ist eine Gefahr für die Gesellschaft, mit Zensur begann jede Diktatur, Zensur ermöglicht erst die Diktatur, ob DDR oder NaziDeutschland oder EU-Lissabon-Vertrag, nach dem die Todesstrafe in Deutschland wieder ermöglicht werden wird.

Jedes Wort und jede Zahl ist die berechtigte, ja notwendige Ausdrucksmöglichkeit - andernfalls wäre das zensierte Wort nicht entstanden. Viele fordern Toleranz und Objektivität durch Perspektivenwechsel und Empathie, befürworten dann jedoch Zensur in bestimmten Bereichen, dabei sind diese Bereiche genau die, in denen wir die Unfähigkeit zur Toleranz und Objektivität vom Leben gespiegelt bekommen.

  Beispielsweise die zensierten Begriffe sexueller Themen. Die Unterdrückung von sexueller Ausdruckskraft nach den freiheitlich freizügigen 70er Jahren und der Neuen Deutschen Welle führten durch moralisierende Umkehr unter Zuhilfernahme der Regierung einer C-Partei und den Erklärungen zu AIDS direkt zur Aggression und somit zum gwünschten Potential kriegsbereiter Jugendlicher einerseits und kriegsbefürwortenden Wählern anderseits. Ein Angriffskrieg wie derzeit in Afghanistan wäre bei der damaligen sexuell befreiten Bevölkerung nie möglich gewesen, die unterdrückten Triebe der heutigen Zeit jedoch, zwingen zur Kompensation durch verbal groben Umgang bis zur tätlichen Gewaltbereitschaft, Zensur verschlimmert diesen Druck noch.

  Religiös begründete Zensur von Zahlenkombinationen der Anhänger der führenden monotheistischen Juchrilam Organisationen unterbinden den Dialog und die Möglichkeit der Information, des Austausches und der Bildung zu diesen Themen, wie generell Zensur trotz gutgemeinter Absichten auf jedem Themengebiet zeigt. Ebenso politisch assoziierte Zahlenkombinationen. In einigen Sprachen hat jede Zahl eine Wortbedeutung. Lassen wir alle Menschen direkt in der Sprache unzensiert miteinander kommunizieren, dadurch schützen wir uns und unsere Kinder, im Verschleiern und in der Blockade der Kommunikationsmöglichkeiten steckt die Gefahr. Ich betrachte diese Tendenz - wie viele der technischen Wegbereiter des Internets - mit großer Sorge. Die Aufforderung Zensur ironisch zu betrachten, im Sinne eines Wettbewerbs um die dümmste Zensur kann ich verstehen, habe aber die Erfahrung gemacht, daß generationenübergreifend Ironie der erste Schritt zur Gewöhnung ist. Ich richte meinen Wunsch an die Web 2.0 Betreiber, sich der Instrumentalisierung durch politische Interessenvertreter zu entziehen und das Internet frei zu gestalten, ob in Tibet, China, Iran oder Deutschland.

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1 Kommentar

  • JimdoPro
    #1

    Tự Minh Nhật (Montag, 14 September 2009 16:27)

    Anlaß zu diesem Post ist eine Zensurdiskussion im sozialen Netzwerk "Netlog" über die Sinhaftigkeit der Zensur von Begriffen wie "Jungfrau", "Sack", "666", "lecken","18", etc. Kombinationen wie diese werden nicht angezeigt und von den Nutzern dann kreativ geschrieben ("Jung.frau", "l.ecken")

    [http://de.netlog.com/groups/Fatality_17/forum/messageid=577655]

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